Neuer Checkout im E-Commerce
Die INTERSPORT Digital GmbH verantwortet den Onlineshop intersport.de für den Sportfachhandelsverbund INTERSPORT.
- E-Commerce
- Systemablösung & Migration
- Systemintegration & Datenarchitektur
- Cloud & Betrieb
- Team-Aufbau & Enablement
- Checkout und Payment

- LAUFZEIT
- Februar 2024 bis Oktober 2025
- Go-Live 14. Januar 2025 · anschließend neun Monate Begleitung bis zur vollständigen Übergabe
- TEAM
- 3 Entwickler:innen, 1 Architekt, 0,5 Product Owner im Produktteam Buy
- nach dem Go-Live gemeinsames Team mit INTERSPORT Entwickler:innen
- BRANCHE
- Sportfachhandel, E-Commerce
- LEISTUNGSUMFANG
- Entwicklung der Vertikale Buy - Warenkorb, Checkout, Zahlung
- Anbindung von Payment, Geschenkkarten und Loyalty · Infrastruktur als Code und Deployment-Pipeline · Enablement des internen Entwicklungsteams
- IM VERBUND MIT
- unserem Kooperationspartner TalentFormation Network
- sowie weiteren Entwicklungspartnern der anderen Domänen
INTERSPORT hat seine Commerce-Plattform in unter zwölf Monaten neu gebaut und damit die Abhängigkeit von externen Agenturen beendet. Wir haben das Entwicklungsteam für die Vertikale Buy gestellt, also für Warenkorb, Checkout und Zahlung. Gleichzeitig haben wir die Entwickler:innen ausgebildet, die sie heute ohne uns weiterentwickeln.
Der alte Shop lief auf Shopware 5 und wurde im Wesentlichen von Dienstleistern betrieben. Im Haus gab es wenig eigenes Know-how und keine Ownership, Änderungen kamen nur langsam voran. INTERSPORT hat sich deshalb gegen ein Plattform-Upgrade entschieden und stattdessen die Organisation umgebaut. Fünf crossfunktionale Produktteams arbeiten entlang der Customer Journey, die Architektur ist modular aus Self-Contained Systems aufgebaut, und interne Teams verantworten ihre Vertikale end-to-end. Unser Auftrag lag im Team Buy, auf der Strecke, an der sich der Umsatz entscheidet.
Pünktlich live, besser bewertet
Die neue Plattform ist das Ergebnis mehrerer Teams und Partner. Unser Teil war die Vertikale Buy: Warenkorb, Checkout, Zahlung.
<12 Monate
von der Entscheidung bis zum Go-Live der neuen Plattform am 14. Januar 2025
+28% Kundenbewertung
auf Trustpilot nach dem Relaunch, Ergebnis des Gesamtprogramms über alle fünf Vertikalen
Warenkorb, Checkout und Zahlung als eigenständiges System
Die Vertikale Buy ist ein eigenständiges System. Sie enthält alles, was ein Kaufabschluss braucht, und nichts, was ihn zum Go-Live aufgehalten hätte.
Ein Warenkorb, der niemanden fragen muss
Buy ist ein Self-Contained System. Es hält Produkt-, Preis-, Verfügbarkeits- und Kundendaten als eigene Repliken vor, die über Kafka aus den anderen Vertikalen einlaufen. Der Warenkorb bleibt damit arbeitsfähig, wenn ein Nachbarsystem gerade nicht antwortet. Schnell ist er auch, weil er für eine Preisauskunft keinen fremden Service aufrufen muss.
Preise und Verfügbarkeiten können sich ändern, während ein Warenkorb offen liegt. Er aktualisiert sich deshalb über Server-Sent Events und wartet nicht auf den nächsten Klick.
Welche Filiale, welches Lager oder welcher Marktplatzpartner eine Bestellung am Ende ausliefert, entscheidet nachgelagert das Order-Management-System. Der Warenkorb trifft diese Entscheidung nicht, er muss sie aber möglich machen: Was er zusagt, muss verfügbar sein.
Das ist schwieriger, als es klingt. Bestände in Zentrallager, einzelnen Filialen und bei Marktplatzpartnern ändern sich unabhängig voneinander, und ein Verkauf im Shop verändert sie ebenfalls. Weichen Bestandslage und laufende Verkäufe auseinander, fällt der Fehler im Checkout nicht auf. Er zeigt sich Tage später als Storno beim Kunden. Dafür haben wir im selben Projekt ein eigenes Bestandssystem gebaut → Zum Showcase Bestandssystem
Zahlung: Mehr als eine Zahlart pro Bestellung
Zahlungen laufen über Adyen. Zum Go-Live waren sie bewusst auf PayPal und Klarna mit Rechnungskauf und Ratenzahlung reduziert. Von Beginn an dabei sind außerdem zwei Bezahlwege, die den Kaufabschluss fachlich deutlich anspruchsvoller machen als eine reine Kartenzahlung: Geschenkkarten über epay und Club-Punkte über Convercus.
Beide decken eine Bestellung in der Regel nur teilweise. Ein Kaufabschluss ist damit selten eine einzelne Zahlung, meist ist er eine Kombination aus mehreren. Diese Kombination muss vollständig aufgehen, auch wenn ein Teil davon fehlschlägt. Und sie muss sich rückabwickeln lassen, ohne dass ein Guthaben verschwindet. An diesen Fällen entscheidet sich, ob ein Checkout im Betrieb ruhig bleibt.
Testabsicherung für die Strecke mit der geringsten Fehlertoleranz
Ein Fehler im Katalog kostet einen Klick, ein Fehler im Kaufabschluss kostet die Bestellung. Entsprechend sieht die Absicherung aus. Zu den klassischen Unit- und Integrationstests kommen Property-Based Tests mit jqwik. Sie gehen über einzelne Beispiele hinaus und prüfen Eigenschaften, die für alle Eingaben gelten müssen: Preissummen, Rabattverrechnung, Zustandsübergänge im Warenkorb. Die Integrationstests laufen gegen eine echte PostgreSQL-Instanz und nicht gegen eine Attrappe. In die Deployment-Pipeline sind außerdem Akzeptanztests gegen die Staging-Umgebung eingebaut, die vor jedem Produktions-Release laufen.
Neue Funktionen gehen über Feature Flags in Betrieb und hängen damit nicht an Release-Terminen. Der Produktionsdeploy bleibt bewusst ein manueller Schritt.
„This was not just a technical migration - it was a fundamental shift in how we operate digital commerce at Intersport. In under 12 months, we built a brand-new shop system, established a fully-fledged product organization, and took full ownership of our core processes.“
Der Weg zum Go-Live und zur Übergabe an das interne Team
Lieber Funktionen weglassen als das Datum verschieben
Zwölf Monate für eine neue Commerce-Plattform funktionieren nur mit einer unbequemen Konsequenz: Vieles, was im E-Commerce als Standard gilt, war zum Start nicht dabei. Es gab keine Mengenänderung im Warenkorb, keine durchgestrichenen Preise oder Rabatte im Checkout, kein Click & Collect und nur zwei Zahlarten. Der Maßstab war die Frage, ob Kundinnen und Kunden einen Kauf abschließen können. Vollständigkeit war es nicht.
Aufschlussreich ist auch, was geblieben ist. Geschenkkarten und Club-Punkte waren vom ersten Tag an dabei, obwohl sie technisch aufwendiger sind als eine Mengenänderung im Warenkorb. Priorisiert wurde danach, was für INTERSPORT Kund:innen zwingend zum Kaufabschluss dazugehört. Der Implementierungsaufwand gab dabei nicht den Ausschlag.
Delivery und gleichzeitig das Entwicklungsteam internalisieren
Das erklärte Ziel des Programms war, externe Abhängigkeit zu beenden. Wir waren in genau diesem Vorhaben der externe Partner und hatten den Auftrag, uns überflüssig zu machen.
Deshalb lief beides parallel. Während unser vierköpfiges Team die Vertikale Buy gebaut hat, stellte INTERSPORT drei eigene Entwickler:innen ein. Wir haben sie vom ersten Tag an ins Team geholt, als Mitautor:innen des Systems, das sie übernehmen sollten. Zuschauer:innen einer Übergabe am Ende sollten sie nie sein. Pairing, gemeinsame Reviews und geteilte Verantwortung für Betrieb und Releases waren der Normalfall.
Das kostet in den ersten Wochen Tempo, denn ein eingespieltes Dienstleisterteam liefert schneller, wenn es unter sich bleibt. Dafür kennt das Team die Entscheidungen hinter dem Code, weil es dabei war, als sie getroffen wurden.
Übergabe nach dem Go-Live: neun Monate mit halbem Team
Ein Go-Live ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt, um ein System aus der Hand zu geben. Unser Auftrag endete deshalb nicht im Januar 2025. Wir sind noch neun Monate geblieben, allerdings mit zwei Entwicklern statt vier.
Diese Halbierung war unser Übergabemechanismus. Was das interne Team übernehmen konnte, hat es übernommen. Was noch nicht saß, haben wir gemeinsam gemacht und dem Team nicht abgenommen. In dieser Zeit sind wir vom Team, das baut, zum Team geworden, das gefragt wird. Am Ende wurden wir nicht mehr gefragt. Parallel dazu haben die beiden verbliebenen Entwickler das Bestandssystem weiter ausgebaut → Zum Showcase Bestandssystem
Übergabefähigkeit als eine Eigenschaft des Systems
Ein Team kann nur übernehmen, was es lesen, verstehen und gefahrlos ändern kann. Einiges war deshalb von Anfang an nicht verhandelbar. Die Ports-and-Adapters-Struktur hält die Fachlogik unabhängig von Datenbank, Kafka und HTTP. Die Testsuite sichert eine Änderung auch dann ab, wenn die Person, die den Code geschrieben hat, nicht mehr im Raum ist. Dokumentation und API-Spezifikation liegen im Repository und nicht im Confluence, Backstage dient als Einstieg. Automatisierte Dependency-Updates sorgen dafür, dass das System nicht in dem Moment veraltet, in dem wir gehen.
Outcome nach dem Go-Live der Commerce-Plattform
Die neue Plattform ist das Ergebnis mehrerer Teams und Partner, die Zahlen gelten über alle fünf Vertikalen hinweg. INTERSPORT berichtet für die Zeit nach dem Go-Live von einem Wachstum des Gross Order Value von 18,13 Prozent im Jahresvergleich und 15,98 Prozent über Plan. Hinzu kommen deutlich verbesserte Kundenbewertungen auf Trustpilot und Idealo sowie 41 Prozent geringere externe Kundenservicekosten.
Sprache und Anwendung
Kotlin
Spring Boot
Daten und Events
PostgreSQL
Hibernate
Flyway
Apache Kafka auf AWS MSK
Avro mit Glue Schema Registry
Betrieb
AWS
Pulumi
Docker
GitLab CI
Datadog
Qualität und Dokumentation
JUnit 5
Backstage
OpenAPI
Renovate

