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Skalierung der Wertschöpfungsprozesse

Die EEF entwickelt und betreibt parallel eine Vielzahl an Hybridparks mit unterschiedlichsten Projektständen. Gemeinsam haben wir ihre Projektentwicklung deshalb in ein Fachsystem überführt: Eine interne Web-Anwendung, in der Flächenscan, Flächenanalyse, Vorprüfung, Flächensicherung, Planungslayouts, Verträge und Fristen auf denselben Daten arbeiten.

  • Erneuerbare Energien
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  • Prozess-Skalierung
  • Web-App-Entwicklung
eef.de (öffnet in neuem Tab)
Beispielansicht eines Projekts: Karte des Hybridparks mit gesicherten und offenen Flächen, daneben Projektinformationen, Fristen und Vorgänge.
LAUFZEIT
Seit Dezember 2024, laufend
Erster Commit am 11.12.2024, seither über 4.000 Änderungen
TEAM
6 Entwickler:innen, 3 PO
Gemeinsames Team von mustwork und EEF
BRANCHE
Erneuerbare Energien
Projektentwicklung, Genehmigung, Bau sowie Betrieb von Hybridparks
ROLLE
Digitale Produktentwicklung und Betrieb
Dazu Prozessberatung, Rollen- und Rechtekonzept
BETRIEB
AWS, von uns aufgebaut und betrieben
Infrastruktur als Code, Monitoring, Alerting
UMFANG HEUTE
4 Fachbereiche in einer Anwendung
Rund 25 Fachseiten, 67 automatisierte Abnahmetests

Wir haben die Projektentwicklung der EEF deshalb aus Excel-Sheets, Mailpostfächern und Einzelwissen herausgelöst und in ein zusammenhängendes Fachsystem überführt - vom ersten Flächenscan bis zu der Frist, die zwanzig Jahre nach Vertragsschluss fällig wird. Mit unserer Lösung kostet ein zusätzliches Projekt in der Pipeline heute Rechenzeit, nicht eine zusätzliche Excel-Tabelle und einen zusätzlichen Menschen.

Die EEF wollte mehr Projekte parallel entwickeln - eigene Entwicklungen ebenso wie Projekte, die sie von anderen Entwicklern übernimmt. Beides zieht an derselben Stelle: An der Flächensicherung und an der Planung. Die Flächensicherung entscheidet über Jahre darüber, ob ein Windpark gebaut werden kann, und ist in erster Linie Vertrags- und Beziehungsarbeit. Die Planung ist pro Projekt mit sehr hohem Arbeitsaufwand verbunden.

Jede Phase bringt eigene Daten, eigene Beteiligte und eigene Prozesse mit sich - und trotzdem gehören sie zu einem einzigen Projekt. Genau diesen Zusammenhang bilden wir digital ab.

Das Herzstück ist eine App: Eine interne Web-Anwendung, in der Projektdaten als Single Source of Truth zusammenlaufen - für die gesamte Organisation 24/7 einsehbar, ohne Umweg über einzelne Postfächer oder verstreute Ablagen. Wir bauen sie Schritt für Schritt entlang der Wertschöpfung aus und erweitern sie kontinuierlich um weitere Prozesse.

Genau darin liegt der eigentliche Hebel: Erst wenn Daten durchgängig und verlässlich vorliegen, lassen sich Prozesse automatisieren. Und erst automatisierte Prozesse sind reif für Skalierung. Denn ein Ablauf, der bei wenigen Projekten noch manuell funktioniert, wird bei einer vielfachen Projektzahl zum Engpass.

Nicht die Tabellen digitalisieren, sondern gemeinsam einen neuen Prozess gestalten.

Was erreicht wurde

Vorher war der Stand eines Projekts eine Rechercheaufgabe: Mehrere Quellen, mehrere Zuständige, ein Ergebnis mit Verfallsdatum.

  • Bis zu 50%

    weniger Aufwand in der täglichen Vertrags- und Fristenarbeit gegenüber dem Betrieb mit Excel und Outlook.

  • >60

    Mitarbeitende arbeiten täglich in der Anwendung - von Flächensicherung über Vertragsmanagement bis Projektleitung.

  • 4 Fachbereiche

    Projektleitung, Vertragsmanagement, Planung und Flächensicherer arbeiten täglich mit der Web-Anwendung.

Was wir gebaut haben

Eine Fachapplikation im Browser: Planung, Flächensicherung, Vertragsmanagement und Projektleitung arbeiten auf demselben, aktuellen Datenstand, jede Rolle mit ihrer eigenen Sicht.

Ein Modell, das den Prozess abbildet - nicht die Tabellen

Die Anwendung ist nach Fachbereichen geschnitten: Flächenscan, Vorprüfung, Katasterdaten, Vertragserfassung, Vertragsgenerierung, Fristen, Projektzuordnung, Auswertung und die Geodatenbereiche stehen als eigenständige Kontexte nebeneinander. Die Fachlogik liegt in einer Schicht, die weder Datenbank noch Framework kennt; angebunden wird von außen.

Der Vertragsstand wird berechnet, nicht gepflegt

Der Sicherungsstatus wird dort erfasst, wo er entsteht - je Eigentümer und Flurstück, in dreizehn Abstufungen. Alles darüber leitet das System ab: Der Stand eines Flurstücks mit mehreren Eigentümern, der Stand einer Eigentümergemeinschaft, der Fortschritt eines Projekts nach Fläche, nach Eigentümergemeinschaften und nach Flurstücken. Bei widersprüchlichen Angaben gilt die vorsichtige Regel: Der schlechteste Status setzt sich durch.

Ein gepflegter Gesamtstatus ist am Tag nach der Pflege falsch. Ein berechneter ist es nie. Genau das macht den Unterschied, wenn ein Investment-Komitee wissen will, wie viel Fläche unter den geplanten Anlagenstandorten gesichert ist - ausgewertet über die tatsächlichen Standortflächen, nicht über die Poolfläche.

Fristen entstehen aus Verträgen, nicht aus Kalendereinträgen

Aus einem Vertrag werden Pflichten gelesen - Zahlungen, Informationspflichten, Optionen, Rückbau. Jede Pflicht bekommt eine Terminierung, einmalig oder wiederkehrend, und daraus erzeugt das System die einzelnen Fristen samt Kritikalität. Projektereignisse wie Baubeginn oder Inbetriebnahme sind eigene Objekte: Verschiebt sich eines, werden alle davon abhängigen Fristen neu berechnet.

Über die Laufzeit eines Nutzungsvertrags hält keine Outlook-Erinnerung. Sie hängt an einer Person, überlebt keinen Rollenwechsel und kennt den Grund nicht, aus dem sie existiert. Eine abgeleitete Frist kennt ihn - und lässt sich zuweisen, überwachen und, wenn nötig, erklären.

Jeder frühere Projektstand lässt sich wiederherstellen - samt getroffener Entscheidung und Begründung

„Wie war der Sicherungsstand, als wir die Finanzierung beantragt haben?“ - das beantwortet die Anwendung selbst. Verträge, Fristen, Vorprüfungen und Eigentümerdaten behalten jeden Stand, den sie je hatten; überschrieben wird nichts. Projektereignisse führen ihre Verschiebungen mit Datum, Kommentar und Verfasser mit - nachvollziehbar ist also nicht nur, was galt, sondern warum es geändert wurde. In einer Due Diligence ist das der Unterschied zwischen Behauptung und Nachweis.

Weil damit auch der Weg jedes Projekts über die Jahre vorliegt, ließe sich daraus ableiten, wie lange Flächensicherung dauert, woran sie hängt und welche:r Eigentümer:in perspektivisch als Erstes angesprochen werden sollte.

Die Karte ist Teil der Fachlichkeit, nicht ihre Illustration

Flurstücke, Eigentümerdaten und Projektflächen liegen in derselben Datenbank wie die Verträge, räumlich indiziert. Amtliche Katasterdaten werden importiert und fortgeschrieben, Projektgeometrien als Layer hochgeladen - inzwischen mit eigenem Datenmodell für die Layertypen wie Pool, Standorte, Zuwegungen, Kabeltrassen und Ausgleichsflächen, jeweils mit eigenem Sicherungsstatus. Die Karte zeigt keinen Ausschnitt, sie zeigt den Stand.

Große Geodateien brauchen einen eigenen Uploadweg aus dem vorherrschenden GIS, und die Auswertung über Anlagenstandorte statt über Poolflächen musste fachlich sauber definiert sein, bevor sie rechnen konnte.

Woher die Geodaten hinter diesen Karten kommen - Import, Verarbeitung, Auslieferung - beschreibt der zweite Showcase. → Zum Showcase Geodaten-Plattform

„Fachliches Prozesswissen und Software-Expertise von mustwork greifen bei der EEF-App direkt ineinander. Gemeinsam arbeiten wir agil und nach Lean-Prinzipien: Kurze Entwicklungszyklen, regelmäßige Releases, enger Austausch mit den Fachbereichen. Die Fachbereiche sind die Kunden - entwickelt wird konsequent nur das, was für sie echten Mehrwert schafft. Was keinen nachweislichen Nutzen stiftet, wird nicht gebaut. So entsteht Digitalisierung nicht neben der Wertschöpfung, sondern genau entlang der Prozesse, mit denen EEF jeden Tag Projekte realisiert.“

N. Schmidt, Bereichsleitung Operations & TechnologyEEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH

Unsere Vorgehensweise

Wir haben einen neuen Prozess mitgestaltet, statt den alten nachzubauen

Wer erfasst einen Vertrag, wer gibt ihn frei, wer verantwortet eine Frist, wer darf welche Eigentümerdaten sehen? Diese Fragen haben wir gemeinsam mit der EEF beantwortet - parallel zur Entwicklung, nicht davor und nicht danach. Das Ergebnis steht heute als Rollen- und Rechtekonzept im System: Flächensicherung, Vertragsmanagement, interne Mitarbeitende und Administration sehen jeweils das, wofür sie zuständig sind.

Tempo haben wir mit Tests bezahlt

67 automatisierte Abnahmetests fahren die zentralen Abläufe über alle Rollen hinweg durch - Vertragserfassung, Nachträge, Fristen, Kartenansichten, Zugriffsrechte. Vor jeder größeren Änderung steht die Frage, welche Tests sie braucht; 201 versionierte Migrationen halten das Datenmodell nachvollziehbar.

Jede Änderung kostet dadurch Testarbeit. Dafür sind über 4.000 Änderungen an einem System entstanden, das täglich produktiv genutzt wird - ohne dass ein Release zum Ereignis wird.

Erst der klickbare Prototyp, dann das Budget

Für den nächsten Ausbauschritt haben wir vier geplante Module nicht als Konzept vorgelegt, sondern als klickbare Prototypen: Erinnerungskanäle für Fristen, Grundbuch und Checkliste im Vertragsmodul, Eigentümer-Stammdaten, Pachtenrechner. Roadmap und Budget wurden anhand dieser Prototypen entschieden. Offene Fragen wurden explizit und transparent gemacht.

Sprache und Anwendung

  • Kotlin
  • Spring Boot
  • Java 21
  • TypeScript
  • Gradle

Daten und Pipelines

  • PostgreSQL
  • Flyway
  • Python
  • Prefect

Frontend

  • Preact
  • Vite
  • OpenLayers
  • Leaflet
  • Storybook

Betrieb

  • AWS
  • Pulumi
  • Docker
  • GitHub Actions
  • Datadog

Qualität

  • ESLint
  • Pre-Commit-Hooks